Wanderempfehlungen

Am Logebach…von Dr. Hartmut Haase

Liebe Leser der Brücke, heute möchte ich Sie zu einer Herbstwanderung in das Logebachtal einladen. Von Bad Honnef kommend kann man den Wagen auf dem großen Parkplatz unterhalb der Servatiuskapelle abstellen und die Wanderung mit der Besichtigung der Kapelle beginnen.

Nach einer Legende wurde die Kapelle von den Grafen der Löwenburg, also den Herren von Sayn oder ihren Nachfolgern, als Dank für die wundersame Rettung einer Edelfrau, die sich in den dichten Wäldern verirrt hatte, gebaut. Nach alter Tradition ziehen am ersten Sonntag im Mai und am ersten Sonntag im September Sakramentsprozessionen zur Servatiuskapelle als Dank für das Erlöschen der Pest im ausgehenden Mittelalter. Die Kapelle ist dem Heiligen Servatius geweiht, der im 4. Jahrhundert im belgischen Tongeren gelebt hat. Auf das Alter der Kapelle weist der romanische Chor hin, das Schiff ist im gotischen Stil erbaut. Nach Zerstörungen im Krieg wurde die Kapelle 1950 von Freiwilligen gründlich renoviert.

Der Kapelle unmittelbar benachbart befindet sich der Servatiushof, heute der Sitz des hiesigen Försters. Von hier aus schweift der Blick weit über die Wiesen und Weiden bis hinauf nach Himberg. Hier „tobte“ ziemlich genau vor 99 Jahren am 16. November 1923 die Schlacht von Aegidienberg. Ein Zug rheinischer Separatisten, die ein selbstständiges Rheinland anstrebten, zog von Honnef kommend Richtung Himberg, um dort Proviant zu requirieren. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Himberger Bauern damit nicht einverstanden, holten ihre Waffen aus Kriegszeiten hervor und zwangen die angreifenden Separatisten zum Rückzug. Diese Episode, die zu einer Schlacht hochstilisiert wurde, dauerte weniger als eine halbe Stunde.

Nun aber zu unserer kurzen Wanderung durch das Logebachtal. Der Logebach entspringt nördlich des Asbergs und mündet nach 8,4 km in den Pleissbach. Von der Kapelle kommend steigt man eine Treppe hinab, überquert die L 144 und befindet sich schon in dem weiten Tal des Logebachs, der sich malerisch durch die Wiesen windet, bestanden von Büschen und Weiden. In der Ferne erkennt man die Spitze des Oelbergs. Nicht selten trifft man auf töltende Isländer des Gangpferdezentrums. Etwa auf halber Strecke kann man eine Pause in einer Hütte einlegen. Stellenweise verläuft der Bach direkt neben dem Weg, sodass möglicherweise begleitende Vierbeiner hier ein Bad nehmen können. Schließlich überquert man den Bach und befindet sich auf dem Parkplatz an der L 83. Etwa von hier aus versuchte ein weiterer Trupp der Separatisten nach Hövel aufzusteigen. Auch hier formierte sich schnell Widerstand. Nachdem der Aegidienberger Theodor Weinz tödlich getroffen wurde, stürzten sich die Aegidienberger Bürger wütend auf die Angreifer, von denen mehrere zu Tode kamen.

Nach diesem weiteren Ausblick auf unsere Geschichte kann man, wie einst die Separatisten, nach Hövel wandern und über Aegidienberg zurück zum Parkplatz oder kürzer über den langen Anstieg unterhalb des Hupperichsbergs und des Gangpferdezentrums wieder hinab in das Logebachtal und nun über die schon bekannte Strecke – unvermeidlich auch über die Treppe -zurück zum Parkplatz gehen. Mit dem Logebachtal haben die Honnefer aller Altersklassen ein zu jeder Jahreszeit schönes und malerisches Wanderziel.

Quellen: Wikipedia: St. Servatiushof.E. Scheuren: Separatisten im Rheinland. In: 150 Jahre Bad Honnef.

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